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Eine Kurzgeschichte der Honeytrap
Gut geschulte Mitarbeiter fallen nicht auf diese Masche rein.
„Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass ich nicht zufällig angesprochen wurde. Am Ende war mir klar warum!“

Ellen ist seit über 15 Jahren als Hauswirtschafterin bei einer bedeutenden deutschen Industriellenfamilie tätig.
Sie hat die Kinder mit großgezogen, sie koordiniert den Haushalt, erledigt die Einkäufe und ist die unverzichtbare Seele des Hauses. Bei der Einstellung neuer Hausmitarbeiter ist sie beteiligt, denn sie ist deren Vorgesetzte. Ist die Familie auf einer ihrer zahlreichen Reisen, hat Ellen die Verantwortung. Sie genießt größtes Vertrauen und hat alle Rechte. Sie macht das souverän.
Die Mittvierzigerin wohnt in einem Nebengebäude auf dem Anwesen ihrer Arbeitgeber. Um mehr soziale Kontakte zu knüpfen, hat sie Facebook für sich entdeckt. Ein Post beim Kochen oder ein Selfie beim Check der Gartenarbeiten bringen nette Kommentare und versüßen Ellen ihren Tag.
An ihrem freien Abend geht sie gern in eine Bar. Dort ist seit ein paar Wochen häufig ein junger Mann um die dreißig. Gepflegt, sportlich, mit positiver Ausstrahlung. Die beiden kommen ins Gespräch, verabreden sich mehrere Male, er lädt sie zum Spaziergang ein. So geht das zwei Monate. Ellen kann ihr Glück kaum fassen. Passiert ihr das wirklich? Markus ist eloquent, gebildet und scheint aus gutem Hause zu kommen. Er ist Bankberater für Privatkunden. Ein anfängliches ungutes Gefühl verdrängt Ellen erfolgreich – jetzt nichts kaputtmachen. Die Beziehung wird immer inniger, man spricht über eine gemeinsame Wohnung. Ellen sieht sich in einer festen Beziehung mit dem charmanten Markus.
Markus ist sehr interessiert an Ellens Tätigkeit, wünscht sich immer wieder Selfies, wenn sie bei der Arbeit ist. Sie bekommt Aufmerksamkeit wie seit Jahren nicht mehr.
Die Hauswirtschafterin fasst immer mehr Vertrauen, lädt Markus auch in Ihre Wohnung auf dem Anwesen ein, wenn die Familie unterwegs ist. Auch in das Haupthaus bekommt Markus Zutritt, wenn Ellen noch schnell etwas erledigen muss. Sie zeigt ihm bereitwillig die beeindruckenden Räumlichkeiten. Er ist dabei, wenn sie die Alarmanlage scharfschaltet.
Nach etwas mehr als vier Monaten sind die beiden zum Abendessen verabredet. Markus erscheint nicht. Ellen ist besorgt. Sie fährt zu seiner Wohnung – sein Klingelschild ist weg, keiner öffnet die Tür. Seine Handynummer ist plötzlich nicht mehr bekannt. Markus hat sich in Luft aufgelöst. Ellen ist am Boden zerstört, versteht die Welt nicht mehr.
Als Ellens Chefin am nächsten Morgen um 5 Uhr am Telefon sagt: „Ellen, es wurde eingebrochen!“, wird Ellen klar, was für sie bisher keinen Sinn ergab. Sie ist in die sogenannte „Honey Trap“ getappt. Markus hat ihre Gefühle missbraucht, um sich Insiderinformationen für die Durchführung des Einbruchs zu verschaffen. Ellen ist ehrlich und erzählt von ihrer Bekanntschaft. Die Polizei kann somit den ersten Verdacht eines „Inside Jobs“ fallen lassen. Ellen wurde Opfer und unwissende Mittäterin gleichzeitig. Hätte sie um diese kriminelle Masche der Honey Trap gewusst, wäre sie kritischer gewesen.
Mitarbeiterschulungen
Lassen Sie Ihre engsten Mitarbeiter von Experten schulen. So geben Sie ihnen Werkzeuge an die Hand Gefahren zu erkennen und zu vereiteln:
- Gefahren erkennen
- Bilden von „Gefahrengemeinschaften“ (gemeinsam sind wir stark)
- Risikoprävention, ohne paranoid zu werden
- Richtiger Umgang mit Zulieferern, Handwerkern, Paket- und Postboten
- Wissensvermittlung Kriminellenmentalität
- Counter Crime
- Sensibler Umgang mit Social Media
- Observationen/Ausspähungen entlarven
- Verhalten bei Erstkontakt mit Unbekannten
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